Kein städtischer Zuschuss für kirchlichen Friedhof in Vorhelm

Vorhelm

Dem Friedhof der Pfarrgemeinde St. Pankratius droht ein Defizit. Doch die Bitte um einen Zuschuss von der Stadt löste Kontroversen aus. Am Ende gab es im Rat keine Mehrheit dafür.

Soll der Vorhelmer Friedhof, der sich in kirchlicher Trägerschaft befindet, einen städtischen Zuschuss erhalten, um das aktuelle Defizit auszugleichen? Einig war sich der Rat in seiner Sitzung am Montagabend nicht. 22:22 ging letztlich die Abstimmung aus – eine Pattsituation ohne Mehrheit also, womit das Ansinnen als abgelehnt gilt.

Zuvor hatten die Fraktionsvertreter über eine halbe Stunde lang leidenschaftlich diskutiert. Hubertus Beier (CDU) hatte dabei zunächst kritisiert, dass der Vorschlag des Ortsausschusses Vorhelm, zunächst mit der Pfarrgemeinde St. Pankratius ins Gespräch zu gehen und den Zuschuss von rund 6000 Euro mit einem Sperrvermerk zu versehen, in der weiteren Beratung unbeachtet geblieben ist.

Sebastian Richter: „Mumpitz!“

Den Wortbeitrag wertete Sebastian Richter (SPD) als „Mumpitz“. Das Abstimmungsverhalten der Fachausschüsse sei wie in anderen Fällen auch unabhängig von den Beratungen in Vorhelm. „Es handelt sich um einen gebührenfinanzierten Friedhof der Kirche. Warum soll da mit städtischen Haushaltsmitteln eine Unterstützung erfolgen?“ Wenn die Bestattungsgebühren in Vorhelm ohnehin niedriger seien, solle die Gemeinde zunächst an dieser Stellschraube drehen, bevor sie um städtische Mittel bettele.

Petra Pähler-Paul (Grüne) hielt in diesem Zuge fest, dass der Ortsausschuss keinen besonderen Stellenwert genieße. „Die Aufgabe des Rates ist es, die Gesamtbelange der Stadt zu sehen“, sagte sie. Die FDP ließ derweil wissen, keine Unterstützung für Dinge zuzusagen, die „nicht originär städtisch“ sind.

Zehn Prozent für Grünanteil

Alfred Thiemann (BB/RF2020) und Heinrich Artmann (FWG) sprangen der CDU bei und forderten eine Gleichbehandlung von Stadt und Ortsteilen. „Es geht um die zehn Prozent, die in Vorhelm anteilig für den Friedhof als parkähnliche Anlage gezahlt werden sollen. In Ahlen übernimmt die Stadt hingegen 20 Prozent“, so Artmann.

Ludger Diekmann (CDU) ergänzte, dass durchaus die Gefahr bestünde, dass die Kirche den Friedhof irgendwann in städtische Hände gebe. Dann würde es teurer.