Zum Abschluss der Umgestaltungsarbeiten an den Außenflächen der Trauerhalle auf dem Westfriedhof, wozu auch die Schaffung von 18 zusätzlichen Parkplätzen gehörte, haben die Ahlener Umweltbetriebe (AUB) vor Kurzem dort umfangreiche Neuanpflanzungen vorgenommen. So wurden an einigen Stellen Teile der alten Vegetation entfernt und durch neue Bodendecker ersetzt. Im Einfahrtsbereich zum Parkplatz und entlang der Zuwegungen zur Trauerhalle wurden mehrere Solitärbäume gepflanzt.
Alles gut und schön auf den ersten Blick – aber warum musste es ausgerechnet Kirschlorbeer sein? Das fragt sich der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Heinrich Artmann. Der Einsatz dieser Baum- und Strauchart, die ursprünglich in Südosteuropa zu Hause ist, werde aufgrund ihrer ökologischen Nachteile hierzulande kritisch gesehen, stellt Artmann fest. Viele Kommunen hätten bereits Maßnahmen ergriffen, um die Pflanzung von Kirschlorbeer oder Lorbeer-Kirsche einzuschränken. Seit 2015 sei Prunus laurocerasus, so der lateinische Name, in Duisburgs Kleingärten verboten, damit sei die Stadt Duisburg einer Empfehlung des Naturschutzbundes (Nabu) gefolgt. 2020 habe sich auch der Essener Stadtverband der Kleingartenvereine auf das Kirschlorbeer-Verbot festgelegt.
Die Schweiz, fährt Artmann fort, habe sogar ein Verkaufsverbot für Kirschlorbeer erlassen. Das umfasse auch die Einfuhr der Pflanze. Der FWG-Chef kennt auch die Gründe hierfür: „Sie liegen in der invasiven Natur des Kirschlorbeers, seiner Fähigkeit, heimische Pflanzenarten zu verdrängen, und seinem geringen ökologischen Nutzen für die lokale Fauna. Zudem enthält der Kirschlorbeer giftige Substanzen, die für Mensch und Tier schädlich sein können.“
Vor diesem Hintergrund hat Heinrich Artmann eine schriftliche Anfrage an den Bürgermeister gerichtet, mit der Bitte um Beantwortung in der nächsten Ratssitzung. Konkret möchte er wissen, ob den Umweltbetrieben die von ihm aufgezeigte Problematik nicht bekannt gewesen sei, und ob es Überlegungen gebe, in Zukunft auf ökologisch wertvolle Alternativen umzusteigen. Der FWG-Chef meint: „Die Stadt sollte doch ein Vorbild sein.“
Für wünschenswert hält er auch eine Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger, um sie dazu zu bringen, möglichst freiwillig auf die Anpflanzung von Kirschlorbeer zu verzichten.